Die Legende der Wächterengel

Lea und Nekael - Verbotene Liebe

Die Vorgeschichte

 

    

 Als aber die Menschen sich zu mehren begannen auf Erden

Und ihnen Töchter geboren wurden, da sahen die Gottessöhne,

Wie schön die Töchter der Menschen waren,

und nahmen sich zu Frauen, welche sie wollten

(1. Buch Moses, Kap. 6, Vers 1und 2)

   

  

1. Was in der Bibel steht

 

In der Schöpfungsgeschichte steht geschrieben, wie GOTT unser Universum, die Sonne, die Erde und alles was auf ihr ist, in einer „göttlichen Woche“ geschaffen hat.

Den Menschen setzte ER in den „Garten Eden“. In der Mitte dieses legendären Gartens standen der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis. GOTT erlaubte dem Menschen von allen Früchten des Gartens zu essen, außer den Früchten der beiden Bäume in der Mitte des Gartens. Sollte er es dennoch tun, so sollte er sterben!

Da machte GOTT dem Menschen Adam seine Gefährtin Eva.

Die Schlange, die das klügste und listigste Tier war, verführte Eva, eine Frucht vom Baum der Erkenntnis zu essen. Sie versprach ihr, dass sie nicht sterben würde, wenn sie davon äße. Stattdessen würde sie so wie GOTT werden und das Wissen über Gut und Böse erlangen. Als sie eine Frucht aß, gab sie auch Adam davon. Sie bemerkten, dass sie nackt waren und machten sich aus Scham einen Schurz aus Feigenblättern, um ihre Blöße zu bedecken. Als GOTT durch den Garten ging, verstecken sich Adam und Eva. ER merkte sofort, dass die beiden vom Baum der Erkenntnis gegessen haben mussten und wurde wütend, weil die Menschen ihm nicht gehorchten. Eva beteuerte, dass die Schlange sie verführt hätte und Adam beschuldigte Eva, dass sie ihm ohne sein Wissen von der Frucht gegeben hätte. So verfluchte GOTT die Schlange und setzte Feindschaft zwischen ihr und den Menschen. Den Menschen gab ER zur Strafe ein mühsames Leben. Beide mussten von nun an „im Schweiße ihres Angesichtes ihr Brot essen“. Ihr Körper sollte nach ihrem Tode wieder zu Erde werden. ER zog den beiden Kleider aus Fellen an und trieb sie aus dem „Garten Eden“ hinaus, damit sie nicht auch noch vom Baum des Lebens essen konnten und Unsterblichkeit erlangen würden. Am Eingang stellte ER Cherubim mit flammenden Schwertern hin. Sie versperrten den Eingang zum „Garten Eden“ und so den Weg zum Baum des Lebens. Von nun an mussten die Menschen allein zurecht kommen.

Etwas später spricht die Bibel von Gottessöhnen, die Gefallen an den Menschentöchtern gefunden hatten und ihretwegen auf die Erde kamen, um sich Frauen unter  ihnen zu suchen.

GOTT entschied, den Menschen eine Lebensspanne von 120 Jahren  zu geben. SEIN Geist würde nicht ewig im Fleisch der Menschen wohnen.

Als sich die Menschen bis auf Noah und seine Familie, die GOTT treu ergeben war, immer mehr von IHM abkehrten, beschloss ER alle Menschen und was sonst noch auf der Erde lebte, durch eine große Flut zu vernichten. Noah aber sollte eine Arche bauen und von jeder Tierart ein Paar mit auf das rettende Schiff nehmen. Als die Sintflut kam, vernichtete sie jegliches Leben auf der Erde. Viele Tage war alles mit Wasser bedeckt. Nachdem die Flut sich zurückgezogen hatte und Noah wieder festen Boden unter die Füße bekam, machte GOTT einen Bund mit den Menschen, dass ER von nun an nicht mehr in die Geschichte der Menschen eingreifen würde, bis zum Jüngsten Tag. Der Regenbogen ist das Zeichen des Bundes. Er erinnert sowohl GOTT als auch die Menschen an das gegebene Versprechen. 


 

2. Was das Buch Henoch sagt

 

Der erste Teil des Buches Henoch ist das „Angelologische Buch“. Hier wird der Fall der Engel, ihre vorläufige und ihre endgültige Bestrafung beschrieben.

Als die Menschen sich vermehrt hatten, sahen die „Himmelssöhne“, wie schön die Menschentöchter anzusehen waren. Sie bekamen Sehnsucht und wollten sich selber Frauen suchen und Kinder mit ihnen zeugen. Ihr Anführer Semjasa hatte Bedenken. Aber die Engel ließen sich nicht abbringen von ihrem Vorhaben und  stiegen hinab zum Berg Hermon.

Sie suchten sich Frauen und lehrten ihnen Zaubermittel, Beschwörungsformeln, heilkräftige Pflanzen und das Schneiden von Wurzeln. Die Frauen wurden schwanger und gebaren 3000 Ellen große Riesen, die erst die Vorräte und Tiere der Menschen fraßen und dann die Menschen selbst. Die Menschen vergingen sich ihrerseits an Vögeln, Reptilien, Fischen und anderen Tieren und tranken das Blut. Da klagte die Erde über die begangenen Sünden.

Als die Menschen wegen des Durcheinanders umkamen, schrieen sie zum Himmel. Da blickten Michael, Uriel, Raphael und Gabriel vom Himmel und sahen das viele vergossene Blut. Die Seelen der Menschen, die Opfer dieser Untaten geworden waren, verlangten Gerechtigkeit und beschwerten sich.

Da kündigte GOTT die Sintflut an und informierte die Vorfahren Noahs durch Uriel über das kommende Ereignis.

Den Erzengeln befahl ER, sich um die sündigen Engel zu kümmern und sie für 70 Geschlechter lang unter die Hügel der Erde bis zum Tage des „Jüngsten Gerichtes“ zu binden. Am Gerichtstag sollen sie dann endgültig für ihre Untaten bestraft werden.

Auf diese Weise befreiten die Erzengel die Erde von allen sündigen Engeln und Menschen. Mit der Reinigung wollte GOTT eine Welt für gerechte Menschen erschaffen.   

 

 

3. Legende, Mythos, Fiktion

 

Am Anfang gab es nur Licht, reines, weißes Licht. Das, was war, ist und sein wird, war in einem Punkt geballt. Es gab nur den einen Punkt und doch fühlte er sich unendlich an. Das gesamte Bewusstsein allen Lebens, GOTT, war darin enthalten. ER war dieses Licht. Nach einer für uns Menschen unvorstellbar langen Zeit, beschloss GOTT, etwas aus sich heraus zu schaffen, um nicht mehr allein zu sein. So entstanden reine Lichtwesen, die IHM sehr glichen und die, wie ER, mit der Gabe der Schöpferkraft ausgestattet waren. Diese waren und sind die höchsten Engel des Lichts und werden Seraphim, Cherubim und Throne genannt.

Als diese Gemeinschaft eine zeitlang bestand, hegte sie den Wunsch, sich zu vergrößern und GOTT schuf die nächste Generation Engel, die später die Herrschaften, Mächte und Gewalten genannt werden sollten. Aber auch diese Gemeinschaft war sich nicht genug. GOTT schuf noch einmal neue Engel: die Fürstentümer, Erzengel und einfachen Engel.

Alle Engel waren auf ihre Weise einzigartig und aus purem Licht. Wissen konnten sie es indes nicht, da sie nicht in der Lage waren, sich als Licht wahrzunehmen. Existierten sie doch als Licht im Licht.

Irgendwann begannen die Engel sich selbst zu hinterfragen. Sie wollten wissen, was sie sind, wer sie sind und ob es noch etwas anderes gäbe als das, was sie kannten. GOTT verstand das Sehnen der Engel, da es IHM am Anfang aller Zeit ebenso ergangen war, und beschloss ihnen zu helfen. Wie sollten die Engel sich aber erfahren, wenn es nichts anderes als sie, als Licht, gab?

GOTT ließ SEINE Gedanken fließen und IHM kam die Idee einen Raum zu schaffen, in dem die Engel genau das erfahren konnten, was sie sich so sehr wünschten. So kam es, dass GOTT das Universum schuf und damit die Voraussetzung der Trennung von Licht und Dunkelheit, Tag und Nacht, Gut und Böse. Es war der Anfang allen Seins, das wir kennen ...

GOTTES Schöpferkraft war unglaublich. In SEINER großen Liebe und Erfindungsgabe legte ER die Voraussetzung für Leben auf unzähligen Planeten und pflanzte ihnen die Saat dafür ein.

Als die Engel baten, GOTT bei der Schöpfung zu helfen, bekamen alle einen Aufgabenbereich zugeteilt, den sie mit jeder Faser ihres Seins erfüllten. Deshalb gibt es für alles auf der Welt einen zuständigen Engel.

Auf der Erde schuf GOTT als mächtigstes Wesen den Menschen. Als er sah, dass sie gut gelungen waren, beschloss er, ihnen eine Seele zu geben. In einem großen Schöpfungsakt ließ GOTT aus sich heraus viele kleine Lichtfunken entstehen. Jeder Funken enthielt einen kleinen Teil SEINER selbst, so wie die Engel ein Teil SEINER selbst waren. Mit dem Unterschied, dass die Engel aus dem Licht des Herzens GOTTES und die Menschen aus dem Licht des Verstandes GOTTES gemacht wurden. Die Lichtfunken flogen zur Erde und jeder Funke vereinte sich mit einem Menschen, wurde zum essentiellen Teil seiner selbst. Der Blick der Menschen wurde klar und sie sahen ihre Welt mit anderen Augen. Durch die Gabe der Seele wurden sie zu neuen, noch mächtigeren Wesen. Sie erkannten sich selbst als Teil der Schöpfung und GOTT als ihren VATER. Nichts war ihnen mehr selbstverständlich. Jedes noch so kleine Ding in der Schöpfung erhielt eine Bedeutung. Erst jetzt bekam das Leben wirklich einen Sinn. GOTT stellte allen Menschen Engel zur Seite, die sie leiten, hüten und beschützen sollten. Diese Zeit wird in allen wichtigen Büchern als die paradiesische Zeit beschrieben.

Damit war die Schöpfung in GOTTES Sinne jedoch noch nicht abgeschlossen. Ein wichtiger Teil fehlte noch. So wie es nun Tag und Nacht gab, so sollte es auch Gut und Böse geben. GOTT besah sich die Schar seiner Engel und rief Luzifer zu sich, den Engel, den er zuerst erschaffen hatte und dem die größte Macht nach IHM zu Gebote stand. Luzifer war der loyalste Engel und GOTT in bedingungsloser Liebe verbunden. GOTT bat ihn, ein schweres Schicksal auf sich zu nehmen. Er sollte die Menschen zum Bösen verführen, ihnen die Möglichkeit der Dunkelheit aufzeigen und damit den Engeln die Möglichkeit geben, sich als das Licht zu erfahren, was sie waren. Nur Luzifer traute ER diese schwere Aufgabe zu. Der verdunkelte sich so sehr, dass sich sein helles Licht in pechschwarze Finsternis verwandelte. GOTT gab ihm einen freien Willen, Stolz und säte in ihm die Saat der Sünde und des Hasses. Für die Menschen sollte er zum Inbegriff des Bösen werden. Darum wurden ihm viele dunkle Eigenschaften zugeschrieben. Man munkelte, dass Neid und Eifersucht auf GOTT  ihn zu einer Revolte getrieben und einen Krieg im Himmel ausgelöst hätten. So oder so:

Er wurde vom Himmel in die von GOTT neu geschaffene Hölle geschickt und dort als Herrscher der Finsternis eingesetzt. Die Engel, die ihm unterstanden, mussten mit ihm gehen. Sie wurden zu den sogenannten „Gefallenen Engeln“ oder auch Dunklen Engeln. Die Erzengel Gabriel, Michael, Raphael und Uriel verschlossen den Himmel für sie, so dass sie keine Möglichkeit hatten, aus eigener Kraft wieder dorthin zurückzukehren. Die Gewalten bekamen die Aufgabe, den Himmel vor den dunklen Spiegelbildern ihrer selbst zu schützen.

Die Menschen lebten sich derweil auf der Erde ein und wuchsen zu immer größeren Völkern heran. Da geschah es, dass Wächterengel, unter der Führung  von Semjasa, „seltsamerweise“ einen eigenen Willen entwickelten. Sie fanden Gefallen an den Menschenfrauen und verliebten sich in sie, als sie sahen, wie schön diese waren. Die Engel stiegen am Berg Hermon auf die Erde herab, um sich den Frauen, in die sie sich verliebt hatten, zu nähern. Sie nahmen menschliche Gestalt an, mischten sich unter das Volk und lehrten den Menschen Wissen über die verschiedensten Dinge – Wissen, welches zum Guten wie zum Bösen eingesetzt werden konnte.

Das Band zwischen den Engeln und den Menschenfrauen wurde fest, die Liebe zueinander stark, so stark, dass eine Trennung unmöglich schien. Weil es aber den Engeln verboten war, sich mit Menschen einzulassen und ihnen geheimes Wissen zu lehren, wurden sie dafür bestraft. Man trennte ihren Geist von ihren Körpern und übergab sie als Geister an Luzifer, der ihnen die Aufgabe übertrug, Menschen durch dunkle Einflüsterungen auf den Pfad der Finsternis zu führen.

Entgegen der verführerischen Einflüsterungen, sollten die Menschen versuchen, ihren göttlichen Funken zu hegen und dem Licht entgegenzustreben.

Was aus den Seelen der Frauen wurde, die mit den Engeln einen Bund eingingen? Man weiß es nicht. Vielleicht sind auch sie in der Hölle gelandet, doch GOTTES Wege sind oft unergründlich...


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